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Sonntags um zehn oder: Vereinnahmung nein danke!

Zweieinhalb Jahre ist es her, daß ich den letzten Blogeintrag hier geschrieben habe. Trotzdem kommen monatlich noch zwischen 500 und 650 Menschen hier auf dieses Blog. Persönlich Gründe waren es, die dieses Blog einschlafen ließen. Ich hatte nicht (mehr) die Zeit es weiterzuführen, obwohl ich zwischendurch dann und wann die Idee zu dem einen oder anderen Beitrag hatte.

Jetzt habe ich wieder Zeit und Lust und überlege, ob ich weiterhin auf myblog bleibe oder bei wordpress weitermache. Dort habe ich mein anderes Weblog laufen.

Am letzten Sonntag (4. August) begingen die evangelischen Kirchen den "Israelsonntag", der eine unheilvolle Tradition hat. Evangelische Christen beziehen sich an diesem Sonntag auf die Zerstörung des 2. Tempels. Über Jahrhunderte wurde der Israelsonntag dazu gebraucht, die Überlegenheit des Christentums über das Judentums zu thematisieren.

Nach der Schoah hat sich das Verhältnis von Juden und Christen geändert und die Kirchen haben auch kritisch darüber nachgedacht, inweifern sie zur Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden beigetragen haben. Zu keinem Thema hat die EKD (Evangelische Kirche von Deutschland), der Zusammenschluß der evangelischen Landeskirchen in Deutschland, so viele Denkschriften veröffentlicht wie zum Verhältnis von Christen und Juden. In der Theologie und der Gemeindepraxis zum Israelsonntag hat sich viel verändert. Es gibt sogar einige Arbeitshilfen dazu.

In einigen evangelischen Kirchengemeinden in Berlin gab es in den letzten Jahren auch Einladungen an Jüdinnen und Juden an der Gestaltung solcher Gottesdienst mitzuwirken ( z. B. Philippus-gemeinde Friedenau, ev. Kirchengemeinde Konradshöhe in Tegel). Auch ich bin schon mehrmals angefragt worden.

Am letzten Sonntag fand an sehr exponierter Stelle, nämlich dem Berliner Dom, an dem im 19. Jahrhundert Hofprediger Adolf Stöcker antisemitische Hetzpredigten hielt, ein evangelischer Gottesdienst zum Israelsonntag statt, an dem Rabbiner Henry Brandt und Kantorin Avitall Gerstetter mitwirkten. Claudia Keller, eine Redakteurin vom Tagesspiegel, die immer wieder über jüdischen Themen berichtet, hat in der Kolumne "Sonntags um zehn" geschrieben. Ich habe mich in einen Leserinnenbrief an den Tagesspiegel folgendermaßen dazu geäußert:

 

Sehr geehrte Redaktion,

im Berlin findet anlässlich des Israelsonntags ein christlicher Sonntagsgottesdienst mit zwei jüdischen Gästen statt: ein Rabbiner predigt und eine jüdische Kantorin singt. Warum kann man es nicht dabei belassen, daß hier zwei Gäste auf Anfrage etwas zum evangelischen Sonntagsgottesdienst am Israelsonntag beitragen. Es ist schwer vorstellbar, daß neben dem Rabbiner und der Kantorin noch weitere Juden da waren, denn warum sollten die sonntags um zehn einen Gottesdienst feiern?

Ich finde es übergriffig und unangemessen von einem „gemeinsamen Gottesdienst“ zu sprechen. Frau Keller schreibt seit Jahren im Tagesspiegel zu jüdischen Themen. Von daher dürfte sie inzwischen wissen, daß es aus jüdischer Sicht einen „gemeinsamen Gottesdienst“ schlicht und einfach nicht geben kann. Es gibt noch nicht einmal einen gemeinsamen Gottesdienst von orthodoxen  und liberalen Juden. Von Fall zu Fall sind die einen bei den anderen zu Gast.

Dass einzelne evangelische Gemeinden jüdische Gäste zum Israelsonntag einladen und ihren Gottesdienstteilnehmern so eine jüdische Sichtweise ermöglichen, ist sicher lobenswert.

Abgesehen davon gibt es seit über 20 Jahren alle zwei Jahre die christlich-jüdische Sommeruniversität in Berlin, die seit der Fusion der kirchlichen Hochschule mit der Humboldt Universität – also seit Mitte der 1990iger Jahre in den Räumen der theologischen Fakultät in Berlin-Mitte abgehalten wird. Am Freitagnachmittag fand immer ein Abschlußgottesdienst statt, bei dem Rabbiner Sanford Ragins aus Los Angeles predigte. Ich gehe mal davon aus, daß durch die jüdischen Dozenten und Teilnehmenden mehr jüdische Personen im Berliner Dom anwesend gewesen sein dürften als beim Israelsonntag.

Niemand von uns jüdischen Teilnehmenden  – und auch niemand von den Veranstaltern (Institut für Kirche und Judentum) – ist bis jetzt auf die Idee gekommen, das mit dem Etikett „gemeinsamer Gottesdienst“  zu versehen, handelt es sich doch vom ganzen Ablauf und der Liturgie um einen evangelischen Gottesdienst mit jüdischen Gästen.

Mein Vorschlag: Lassen Sie doch einfach den evangelischen Gottesdienst zum Israelsonntag den evangelischen Christen ob mit oder ohne jüdische Beteiligung. Wir Juden brauchen den Israelsonntag nicht. „Feiern“ gibt es da für uns nichts, auch wenn Christen sich ihrer problematischen Geschichte dazu bewusst werden. Die religiösen unter uns beziehen sich auf die Zerstörung des ersten und zweiten Tempels – und das tun sie jedes Jahr an Tischa be Aw.

Die Praxis des Israelsonntags in evangelischen Gemeinden ist eine sehr unterschiedliche. Wenn ich an diesem Tag in Berlin bin, gehe ich interessehalber in einen evanglischen Gottesdienst um zu sehen, was vom christlich-jüdischen Dialog, in dem ich seit mehr als 30 Jahren engagiert bin, in ganz normalen Gemeinden angekommen ist. Mit „ganz normalen“ Gemeinden meine ich die, deren PfarrerIN nicht im christlich-jüdischen Dialog engagiert sind. Von daher bin ich gespannt, ob in „sonntags um zehn“ auch andere Erfahrungen Niederschlag finden werden.

Daß es auch anders gehen kann, zeigt die Berichterstattung der Jüdischen Allgemeinen: Schalom von der Kanzel

Mit freundlichem Gruß

Zum Weiterlesen:

 

 

Jüdische Feiertage: Tischa be Aw
8.8.13 16:20


Die Kinder von Blankenese ...

heißt ein Dokumentarfilm über das Schicksal von überlebenden jüdischen Kindern, die 1945 dann Zuflucht in einer Villa der Familie Warburg fanden. Morgen abend (17.11.) wird er um 20.15 h bei arte gezeigt, und es ist schon sehr interessant, wie unterschiedlich über diesen Film geschrieben wird.

Die taz titelt: "Im Vorhof des gelobten Landes" und schreibt:
Hauptsächlich rekapituliert der Film das Leben der "Kinder von Blankenese" in Elbstrandnähe, das, abgesehen von gelegentlichen antisemitischen Äußerungen der Bevölkerung, relativ idyllisch war...

In der Programm-Information des Senders arte heißt es:
Deutschland 1945: Die Kinder Tamar, Josef, Bracha und Wolfgang haben die Verfolgung und die Lager überlebt. Wo ihre Eltern sind, wissen sie nicht. Im
ehemaligen KZ Bergen-Belsen wohnen sie nun neben englischen Soldaten und gebrochenen ehemaligen Insassen. Später finden sie in der Villa der jüdischen Familie Warburg in Hamburg-Blankenese Unterschlupf. Von der Hölle ins Paradies. Doch der Antisemitismus im Nachkriegsdeutschland holt Kinder und Erzieher mit öffentlichen Anfeindungen und Missachtungen ein...Der fortwährende Hass der deutschen Bevölkerung gegen alles "Jüdische" ist weiterhin zu spüren. Im Zoo werden Rahel und Reuma beschimpft, und im Krankenhaus weigern sich Krankenschwestern, das "jüdische Mädchen" Golda zu versorgen...
.
16.11.10 18:36


Angekommen...

heißt ein 10minütiger Film über jüdische Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion, den Levi Salomon anläßlich des Besuchs der Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der jüdischen Gemeinde zu Berlin gedreht hat. Er ist nun auf der Website der Bundesregierung eingestellt worden.
9.11.10 14:56


Zum Tod von Rabbiner Leo Trepp z'l'

In diesem Blog habe ich gelegentlich auf Rabbiner Leo Trepp hingewiesen, besonders wenn er einen Vortrag in der jüdischen Volkshochschule hielt. Er war der letzte noch lebende Rabbiner des deutschen Vorkriegsjudentums. Letzte Nacht ist er in Kalifornien verstorben. Die Einweihung der Synagoge in seiner Heimatstadt Mainz, die gestern stattfand, hat er leider nicht mehr miterlebt.

Igal Avidan hat ihn vor einiger Zeit in der taz porträtiert unter dem Titel: Der Mann, der Generationen verbindet
3.9.10 13:52


Jerusalem am Rhein - auf den Spuren einer Weltkultur

Mit dem Hinweis auf eine Dokumentation, die etwas außerhalb des Themenspektrums dieses Blogs liegt, melde ich mich in jüdischBloggersdorf zurück

Um 0.30 h zu nachtschlafender Zeit strahlt das ZDF einen Beitrag über Mainz, Worms und Speyer aus. Sie gelten als das Jerusalem am Rhein. Die Metropolen am Rhein Mainz, Worms und Speyer hatten im Mittelalter die wichtigsten Talmudschulen des Abendlandes. Sie waren das Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und später ähnlich bedeutsam wie Jerusalem

Bei Juden in aller Welt sind sie als Schum-Städte bekannt. Ein Begriff, den die in diesen Städten lebenden jüdischen Gelehrten aus den Anfangsbuchstaben der hebräischen Namen von Speyer, Worms und Mainz bildeten: Schpira, Warmaisa (V und W sind im Hebräischen dem U gleich) und Magenza. Bis heute prägen die vor tausend Jahren von Schum-Gelehrten verfassten Verordnungen, Gebete und Klagelieder das europäische Judentum. Ein Weltkulturerbe, das auf die Anerkennung durch die UNESCO wartet.

Mehr dazu hier.
1.9.10 14:44


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