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ein Haus wird Hundert

Heute vor hundert Jahren wurde gefeiert, dass die 1872 gegründete Hochschule für die Wissenschaft des Judentums jetzt ein eigenes Gebäude hat. Hier wirkte und studierte die Elite des deutschen liberalen Judentums. Wie aber würdigt man in angemessener Weise ein Gebäude?

Ich möchte das mit einem Text von Rabbiner Nathan-Peter Levinson tun, einem der letzten vier Studenten der Hochschule unter Rabbiner Dr. Leo Baeck. Was den Studenten, besonders in der Nazizeit, diese Institution bedeutete, hat Nathan Peter Lewinson einmal in einem Nachruf für seinen Lehrer Rabbiner Dr. Leopold Lucas eindrucksvoll erzählt:

"Zunächst möchte ich erwähnen, daß er mein Lehrer war und das in einer der dunkelsten Stunden der Geschichte. Zwischen 1940 und 1941 unterrichtete er mich und einige wenige Studenten in Berlin an der einzig verbliebenen, aber nicht als solche mehr anerkannten jüdischen Hochschule im Fach Jüdische Geschichte.

Juden durften damals keine Theater mehr besuchen, keine Kinos, keine Cafés und natürlich keine Uni-versitäten. Die Synagogen waren im November 1938 zerstört worden. So blieb die Lehranstalt fast der einzige Ort, an dem Juden sich geistig betätigen konnten.

Früher Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, war ihr der Hochschulstatus aberkannt worden. Es unterrichteten dort neben dem geistigen Haupt der deutschen Judenheit, Leo Baeck, nur noch eine Handvoll Dozenten, unter ihnen Leopold Lucas. Von den damaligen Studenten überlebten nur wenige: außer mir noch drei Kommilitonen.

In diesen Tagen schrieb mir der Sohn des Rabbiners, den die Eltern noch 1938 in das rettende Ausland schicken konnten, wie folgt: „Die Vorstellung ernster wissenschaftlicher Arbeit und Studium unter solche bedrückenden Umständen gehört zu den Ruhmestaten unseres Volkes und ich glaube, daß die meisten Menschen sich gar nicht vorstellen können, was das eigentlich bedeutet." In der Tat war diese Hochschule eine Insel innerhalb eines brandenden Meeres. Draußen war die Gewalt, der Schrecken, die Ein-schüchterung, die Entrechtung. Innerhalb der Mauern und Lehranstalt fühlte man sich wie in einer anderen Welt, der Welt des Geistes, die nicht bezwungen werden kann."

Heute wurde bekannt, daß vor einigen Tagen einer dieser letzten drei Mitstudenten, nämlich Prof. Dr. Ernst Ludwig Ehrlich z'l', verstorben ist.
22.10.07 22:29
 



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