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Arisierte Keramik: nochmal Hedwig Bollhagen

Am 30 Januar hatte das rbb-Magazin Klartext den Beitrag Streit um Hedwig Bollhagen - die dunkle Seite einer Erfolgsgeschichte gesendet. Ich war ganz betrübt, daß der Beitrag nicht ins Klartext-Archiv eingestellt wurde. Vor ein paar Tagen fragte ich bei der Redaktion nach den Gründen für diese Entscheidung.

Mir wurde mitgeteilt, daß der klartext-Beitrag leicht verändert auch im Magazin Kontraste gesendet wurde, und weil dieses die größere Reichweite habe, dort im Archiv zu finden sei. Der Beitrag kann hier abgerufen werden.

Im Sendemanuskript heißt es:

Hedwig Bollhagen hat bis zu ihrem Tod 2001 behauptet, Loebenstein hätte allein aus wirtschaftlichen Gründen verkauft.

Zitat Hedwig Bollhagen, 1996:
„… diese Sache mit dem Kauf, die belastet mich eigentlich nicht. Es war der Tatbestand, dass die Frau es ja gar nicht losgeworden ist. Gar nicht. Und was sie nun damit gemacht haben würde, es waren ja keine anderen Interessenten vom Fach da.“

Dabei muss Hedwig Bollhagen gewusst haben, dass Heymann-Loebenstein unter antisemitischem Druck verkaufte – spätestens seit 1935. Da organisierten die Machthaber nämlich in Marwitz eine kleine Ausstellung.
Titel:
„Jüdische Keramik in der Schreckenskammer“

Bollhagens Geschirr wird dem von Margarete Heymann-Loebenstein gegenüber gestellt – als das gelungenere. Die hämische Bildunterschrift:
Zitat:
„Zwei Rassen fanden für denselben Zweck verschiedene Formen – welche ist schöner?“

Noch 2007, in der Ausstellung zu 100. Geburtstag, wird der Mythos Bollhagen zelebriert. Und zwar von Lothar de Maiziere, ihrem Anwalt. Im Katalog-Text zur Ausstellung beharrt er darauf, …
Zitat:
„… dass die Liquidation nachweisbar wirtschaftlich bedingt und nicht unter dem Druck rassischer Verfolgung erfolgt ist.“

Ein Interview zur Frage der Arisierung verweigert Lothar de Maizière.


Letzte Woche war in einer Pressemaldung Folgendes zu lesen:

Das Potsdamer Zentrum für Zeithistorische Forschung wird die NS-Geschichte der Keramik von Hedwig Bollhagen untersuchen. Bollhagen hatte 1934 die künstlerische Leitung der Hael-Werkstätten in Marwitz übernommen, nachdem die jüdische Gründerin Margarethe Heymann-Loebenstein (1999-1990) das Werk weit unter Wert an einen NS-Funktionär hatte verkaufen müssen. Mehr als die Hälfte der Keramikformen, mit denen Hedwig Bollhagen (1907 - 2001) bekannt wurde, sollen auf Vorlagen der 1936 nach Großbritannien emigrierten Unternehmensgründerin zurückgehen.
3.3.08 18:37
 



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