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Chanukka-Markt eröffnet

3. Dezember 2006

Heute Nachmittag wurde im Garten des Jüdischen Museums der Chanukka-Markt eröffnet. Er wird bis zum 31. Dezember täglich geöffnet sein – außer Heiligabend – und zwar von 12.00 Uhr bis 18.00 Uhr.

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Chanukkia am Eingang zum Chanukka-Markt


Eine eindrucksvolle Chanukkia weist den Weg zum Eingang. Durch die Sicherheitskontrollen dauert es einige Zeit bis man rein kommt. Die ersten Klänge, die ich höre, sind die von „Kling Glöckchen klingelingeling“. Später werden auch Chanukka-Lieder vom Band gespielt.

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Gesamtansicht


Viele Interessierte sind gekommen, um sich den Chanukka-Markt anzusehen, der mit der Überschrift „Kunst, Kitsch, Kulinarisches“ wirbt.

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Eine der Infotafeln zum
jüdischen Lichterfest


Einige Infotafeln geben Basisinformationen zum Chanukka-Fest.

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Kerzenstand


Schön gestaltete Stände mit unterschiedlichen kulinarischen und kunsthandwerklichen Produkten sowie Kosmetik und Aromaölen laden zum Betrachten und Kaufen ein – so wie dieser Kerzenstand. Kerzen in Weihnachts-baumform, in Sternenform, in Tannenzapfenform, viereckig, rund, in allen möglichen Formen und Farben. Aber als ich mich nach Chanukka-Kerzen umschaue, finde ich nichts.


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Chanukka- und Weihnachtsspezialitäten


Das Restaurant Liebermanns betreibt einen Doppelstand. An einem Fenster werden Chanukka-Spezialitäten verkauft wie Lattkes (Kartoffelpuffer) und Sufganiot (Pfannkuchen) und am anderen Weihnachtsspezialitäten. Neben Stollen sind das unter anderem Hotdogs und Crepes.


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Lebkuchenstand


Um die Ecke sehe ich einen Lebkuchenstand. „Frohe Weihnachten“ oder neutral „frohes Fest“ sind die Lebkuchen beschriftet. Es gibt auch glasierte Äpfel und Nikoläuse.

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Herrenhuter Sterne

Gleich nebenan gibt es Herrenhuter Sterne. Mehr über deren kulturgeschichtlichen und christlich-theologischen Hintergrund steht hier.


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Kinderkarussel


Für die Kinder gibt es ein Karussell. Außerdem betreibt ein bekannter Spielehersteller einen großen Pavillion, in dem unterschiedliche Spiel-, Bastel- und Rateaktivitäten angeboten werden.

An einem Stand sehe ich eine kleine Chanukkia. Es gibt aber keinen einzigen Stand mit Büchern, Tonträgern oder anderen Medien zum Chanukkafest. Zwar gibt es in deutscher Sprache nicht allzu viel, aber an englische Materialien könnte man doch herankommen. Unter Kindern ist der Hase Felix sehr bliebt – eine Kultfigur. In „Felix bei den Kindern dieser Welt“ kommt Felix auch nach Israel und erlebt dort das Chanukka-Fest mit. Es gibt sogar eine Materialbeilage, wo erklärt wird, wie ein Dreidel (Kreisel) gebastelt wird und wie das traditionelle Dreidl-Spiel geht, das in den Familien während des Festes gespielt wird.

Das dominierende Symbol auf diesem Markt ist der Stern. Man könnte fast auf die Idee kommen, dass es sich dabei um ein jüdisches – ja ein Chanukka-Symbol handeln muß.

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Dreidel (Kreisel)


An einem Spielzeug-Stand sehe ich ein Glas mit Dreidel – aus Plastik und aus Holz. Kinder und Erwachsene greifen spontan rein um zu probieren, wie sie funktionieren. Die junge blonde Frau am Stand wird gefragt, wie denn die Spielregeln sind. Sie stottert herum: „Ich weiß es nicht genau. Wenn Sie die Führer im Museum fragen, die mit den roten Halstüchern, die können Ihnen das sicher erklären“. Einige Anwesende schauen sie weiterhin erwartungsvoll an. Sie fährt fort: „Das auf den Seiten des Kreisels sind hebräische Buchstaben. Man spielt mit Einsätzen“. Soweit hat sie recht. „Man setzt auf einen Buchstaben. Und wer auf den richtigen Buchstaben setzt, der gewinnt.“ Ich fange spontan an zu lachen. Aus mir prustet es heraus. Ich stelle mir so eine Art jüdisches Roulette vor. Ich kann es mir nicht verbeißen und sage: „Ganz schön peinlich, wenn man Dreidel verkauft und die Spielregeln nicht kennt.“

„Dann können Sie uns sicher die Regeln erklären“. Nein – sage ich und gehe weg. Hinter mir höre ich, wie alle möglichen Unfreundlichkeiten über mich gesagt werden. Juden machen sich unbeliebt, wenn sie sich nicht so verhalten, wie die Mehrheitsangehörigen das erwarten und ihnen zuweisen, wo sie mir doch so freundlich erlaubt haben, die Regeln zu erklären und nicht auf den ihrigen beharrt haben. Und ich bin nicht dankbar, sondern spiele das Spiel nicht mit.

Diese Veranstaltung hat mit Chanukka wenig zu tun. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass jemand ohne Vorkenntnisse dort wirklich etwas über Chanukka erfährt. Die christlichen Symbole sind allgegenwärtig und dominant abgesehen von ein bisschen Hintergrundmusik, ein paar Infotafeln, einem Glas Dreidel und den Latkes und Sufganiot an einem der Essensstände. Ob der Unterschied zum "Weihnukka-Markt" letztes Jahr groß ist, kann ich nicht sagen. Ich kann es mir nicht vorstellen.
3.12.06 21:43
 



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