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Presse-Splitter - Rabbinerin

4. Juni 2007

Die Berliner Zeitung resümmiert: "Und sie kann es doch":

...250 Gäste zeigen, dass der Amtsantritt der ersten deutschen Rabbinerin nach dem Holocaust ein Großereignis ist: Die israelische Botschaft schickt Gesandten Ilan Mor. Aus der Politik sind Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau und der SPD-Politiker Karsten Voigt gekommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) senden Grußworte. In den meisten Reden wird von einem mächtigen und historischen Moment gesprochen.


Die Berliner Morgenpost schreibt: "Sie wird die erste Rabbinerin Berlins":

Inoffiziell ist Gesa Ederberg schon seit fünf Jahren Rabbinerin, denn seit 2002 hält sie Predigten in der Synagoge.

Etwas verquer, denn 2002 bekam Gesa Ederberg in Jerusalem ihre Semicha und arbeitete dann einige Jahre in Weiden in der dortigen jüdischen Gemeinde. Von daher war sie Rabbinerin, jedoch das, was sie in der Oranienburger Straße einbrachte, war ehrenamtliche Arbeit.

Gesa Ederberg ist allerdings laut einem Bericht der Berliner Zeitung nicht unumstritten. In einem internen Brief kritisierte demnach der orthodoxe Rabbiner Yitzchak Ehrenberg erst am Freitag ihre Ernennung. Eine zum Judentum konvertierte Christin sei aus religiöser Sicht auf dieser Position nicht rechtens.

Auch eine als Jüdin geborene Frau, die Rabbinerin wird, würde von Rabbiner Ehrenberg nicht aktzeptiert werden.

Ungewöhnlich ist die Wahl der gebürtigen Tübingerin nicht nur, weil sie konvertiert und eine Frau ist. Auch ihr Alter ist in dieser Position außergewöhnlich.

Das trifft nur auf Deuschland zu und hat mit der Schoah zu tun. Der Altersdurchschnitt, der hier arbeitenden Rabbiner ist sehr hoch. In anderen Ländern liegt er um einiges niedriger. Eine Rabbinerausbildung im liberalen Spektrum dauert fünf bis sechs Jahre. In den meisten Ländern machen junge Leute früher Abitur als in Deutschland. Wenn man dann die Studienzeit für das Rabbinat dazurechnet, dann sind viele zwischen Mitte Zwanzig und Anfang Dreißig zur Zeit ihrer Ordination.

Der Tagesspiegel fragt unter der Überschrift: "Die Rückkehr der Rabbinerin":

Ob sie sich vorstellen kann, eine öffentliche Figur zu werden, die so selbstverständlich zu ethischen Fragen Position bezieht wie Berliner Bischöfe und Kardinäle? „Natürlich!“ Es sei wichtig, dass Juden bei ganz normalen gesellschaftlichen Themen mitsprächen.

Interessant, auf welcher Ebene Gesa Ederberg hier verhandelt wird: "Berliner Bischöfe und Kardinäle". Daraus wird deutlich, daß die Bedeutung der Position der Rabbinerin an der Oranienburger Straße auch sehr stark eine symbolische ist, die mehr mit der Geschichtsträchtigkeit des Gebäudes zusammenhängt als mit den real vorfindlichen Gegebenheiten, wie sie sich beispielsweise an der Zahl der Gemeindeglieder festmachen ließe. Der Synagogenraum in der Oranienburger Straße hat knapp achtzig Plätze - so wie die Synagoge am Hüttenweg oder die sephardische Synagoge in der Passauer Straße. Würde man deren Rabbiner diese Frage stellen? Oder würde man diese Frage bei der Einführung einer Pfarrerin stellen, die eine Gemeinde gleicher Größe betreut?

Gesa Ederberg hat ihre Smicha 2002 erhalten und wurde im März 2003 in ihre erste Stelle in Weiden eingeführt, hat also vier Jahre Berufserfahrung. Bei aller begreiflichen Freude und möglicherweise Euphorie kann etwas mehr Bodenhaftung und Augenmaß nicht schaden. Leute, laßt der Frau doch noch Zeit, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, bevor ihr solche Erwartungen an sie herantragt.

Abgesehen davon ist Gesa Ederberg schon eine öffentliche Figur bzw. wäre sie das spätestens jetzt nachdem sie am Sonntagabend auch in der Abendschau gezeigt wurde.

Hier noch ein älterer Artikel aus dem Stadtmagazin zitty vom Februar mit Foto: "Zeitenwende in der Synagoge": Übrigens der bis jetzt beste Artikel zu diesem Thema in der Berliner Lokalpresse.

Zum Weiterlesen
Berlin könnte schon seit 1973 eine Frau als Rabbinerin haben. Warum es dazu nicht kam - oder: Zu früh dran - ihrer Zeit voraus
4.6.07 00:48
 



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