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Myra Warhaftig: Jüdische Architekten in Deutschland

Als ich heute die ersten Zeilen des Artikels "den Vergessenen ein Denkmal" in der Berliner Zeitung las, war ich einigermaßen erstaunt. Da hieß es:

Was für ein Titel: "Die Behinderung der Emanzipation der Frau durch die Wohnung und die Möglichkeit zur Überwindung". Undenkbar ist heute ein solcher Anspruch für eine akademische Abschlussarbeit: nicht nur analysieren, sondern auch gleich noch die Welt retten zu wollen. 1982 erschien der schmale Band, geschrieben von der Architektin Myra Warhaftig, schnell wurde er zu einem Klassiker der Frauenbewegung in der Architektur. Vehement kämpfte die 1930 im britischen Mandatsgebiet Palästina geborene jüdische Architektin gegen die modernistische Funktionsküche, gegen das Wegsperren von Frauen und Kindern in enge und dunkle Gelasse.

Davon hatte ich nichts gewußt. Vor etwa zehn Jahren bin ich Myra Warhaftig zum ersten Mal begegnet. Im Grunewald bot sie eine Führung zu jüdischen Architekten, ihren Lebens- und Wirkungsorten sowie ihren Bauten an. Die Führung war exzellent recherchiert, aber leider langweilig in der Darbietung. Einige Jahre später traf ich sie dann wieder in Dessau im Rahmen einer Studienfahrt der Moses-Mendelssohn-Akademie in Halberstadt zum Thema "jüdisches Sachsen-Anhalt". Sie erzählte von ihren Forschungen zu jüdischen Architekten, die in Deutschland vor der Schoah gewirkt hatten, vom Bauhaus in Dessau und vom Wirken der Bauhaus-Architekten in Tel-Aviv. Wieder exzellente Recherche und dröge Präsentation. Wie schade.

Jahre später hat sie dann ""Deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933 - Das Lexikon" publiziert, das ein Grundlagenwerk ist und in Fachkreisen "der Warhaftig" genanntw wird.

Die Architektenschaft erinnerte sich nur ungern an ihre Mitverantwortung für den Holocaust. Warhaftigs streng biografischer und durchaus moralisch geprägter Ansatz war nicht unumstritten, viele Forscher pochten darauf, dass Sozialismus, architektonische Moderne und Judentum keine so enge Beziehung eingegangen waren, wie es Warhaftig sah, forderten mehr Soziologie und mehr historische Analyse.

heißt es im Artikel der Berliner Zeitung weiter.

Ob sie wohl was Neues veröffentlicht hat oder einen Preis bekommt, fragte ich mich bei der Lektüre. Aus welchem anderen Grund sollte an einem ganz normalen Montag ein Artikel über sie in der Berliner Zeitung stehen?

Aber es war doch ein anderer Grund: Letzten Dienstag ist sie unerwartet verstorben.

Kurz vor ihrem Tod hat Kulturstaatssekretär André Schmitz die von ihr seit langem geforderte Ausstellung über vertriebene und ermordete jüdische Architekten im Jüdischen Museum angekündigt. Ein Projekt, das nun ohne die schier unermüdliche Energie Myra Warhaftigs auskommen muss. Man wird darauf achten müssen, dass es trotzdem begonnen wird.


Publikationen von Myra Warhaftig
Gesellschaft zur Erforschung des Lebens und Wirkens deutschsprachiger jüdischer Architekten
Rezension: deutsche jüdische Architekten vor und nach 1933
10.3.08 19:03
 



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