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Wie Rabbi Baruch Rabinowitz das Judentum in Deutschland sieht

Manchmal sind Außenperspektiven interessant. Wie nimmt ein Jude, der in der Sowjetunion geboren und in Dänemark aufgewachsen ist und bei der Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung seit 2006 eine journalistische Ausbildung gemacht hat, das Judentum in Deutschland wahr? Auf seiner Website veröffentlicht er Gedanken, die es sicher nicht in die Jüdische Allgemeine schaffen und geschafft haben.

Deutschland kann jetzt ruhig schlafen. Es gibt wieder jüdisches Leben in der Bundesrepublik. Es scheint, dass das Unmögliche doch möglich geworden ist. Es scheint, dass sich die großen jüdischen Denker, wie Leo Baeck, die den endgültigen Untergang des deutschen Judentums nach dem Zweiten Weltkrieg vorhergesagt haben, doch getäuscht haben. Immerhin leben schon wieder über 100.000 Juden in Deutschland. Neue Synagogen werden gebaut, zwei Hochschulen bilden religiöse Lehrer und Rabbiner aus, über 80 Gemeinden bieten den Gläubigen ihre Dienste an. Es gibt jüdische Schulen und Kindergärten. Das Angebot an religiösen und kulturellen Veranstaltungen wächst täglich. Kurz gesagt: Ein Wunder ist geschehen...

Man hat politisch korrekt zu bleiben. Denn: ein falsches Wort und man wird sofort des Antisemitismus beschuldigt. Eine Gemeinde kann sich beinahe alles erlauben. Skandale und Intrigen, Streit und Betrug werden unter den Teppich gekehrt. Und die Gemeinden wissen, ihren Nutzen aus der Geschichte zu ziehen. Und zu missbrauchen. Leider nicht um noble Ziele zu erreichen. Sondern nur um ihr politisches Gewicht und den Platz in der Gesellschaft nicht zu verlieren.
Denn viele Menschen, die auf dem jüdischen Ticket in Deutschland eine politische Karriere gemacht haben, waren ein Nichts davor und werden auch danach ein Nichts sein. Wer die bittere Wahrheit nicht erkennt, muss blind sein. In Deutschland gibt es derzeit kein Judentum oder etwas, das als jüdisches Leben bezeichnet werden könnte.
Natürlich konnte die Bundesregierung es nicht ahnen, dass man das Judentum weder exportieren noch künstlich einpflanzen kann. Es kann nur langsam wachsen, vorausgesetzt, dass es genügend engagierte Menschen gibt, die im Besitz eines authentischen Glaubens und jüdischer Ideale sind.

Doch es gibt sie hier nicht. Jedenfalls nicht genug. Die meisten der russischen Juden, die in den letzten 15 Jahren nach Deutschland gekommen sind, haben mit dem Judentum nie was zu tun gehabt. Im religiösen Sinne sind sie eine „verlorene Generation.“ Die meistenhaben das Judentum nie kennen gelernt und viele haben auch nie den Wunsch gehabt, sich wieder mit der Religion ihrer Vorväter zu beschäftigen und auseinander zu setzen. Als dann plötzlich die Einladung nach Deutschland erfolgte, in ein besseres Leben, war kaum jemandem klar, dass er auch eine historische Mission erfüllen sollte: Das deutsche Judentum wieder auf die Beine stellen.

Von den russischen Juden wurde also erwartet, dass sie ihre kommunistische, atheistische Vergangenheit gegen das Judentum tauschen. Dass sie von nun an regelmäßig in die Synagogen gehen, hebräisch lernen und koscher essen. Doch mit soviel Frömmigkeit wollten die meisten nicht aufwarten. Die Mehrheit kam aus ökonomischen Gründen nach Deutschland, nicht aus religiösen, und nennt ihre Immigration wörtlich sogar: „die Wurst-Immigration.“ Nicht dass daran etwas Verwerfliches wäre. Hat nicht jeder das Recht, ein schlechtes Leben im eigenen Land gegen ein besseres woanders einzutauschen?

Aber wie sollen Menschen, die nicht gläubig sind und von Religion nichts wissen wollen, eine religiöse Gemeinschaft bilden? Man könnte natürlich meinen, dass die Gemeinden nun mit allen verfügbaren Mitteln und mit Hilfe vieler guter Rabbiner versuchen würden, die Menschen näher an ihre Wurzeln zu bringen.

Doch davon sind wir himmelweit entfernt. Die Rabbiner in den deutschen Gemeinden spielen so gut wie keine Rolle. Es gibt für sie kein Geld. Wie könnte es auch anders sein? Werden doch sogar die meisten jüdischen Gemeinden in Deutschland von Menschen geführt, die mit der Religion gar nichts zu tun haben. Was für ein Paradoxon: die jüdischen religiösen Institutionen werden also von ungläubigen jüdisch ungebildeten Menschen geleitet!

Die Wahrheit ist natürlich, dass sie gar nicht glauben, das zu sein. Sie sehen ihre Aufgabe nicht darin, die jüdischen Gemeinden als religiöse Gemeinschaft aufzubauen. Wenn sie das wollten, würden die Gemeinden heute völlig anders aussehen. Nein, die meisten wollen wohl gar keine Gemeinden aufbauen. Sie waren klug, als sie ihre einzigartige Chance erkannt haben, politisch Karriere zu machen, indem sie die leitenden Positionen in den Gemeinden übernommen haben.

Da viele von ihnen unter dem Kommunismus aufgewachsen sind, übertragen sie auch die gewohnte diktatorische Parteiführung auf die neu entstandenen Gemeinden. Den neuen Funktionären geht es nur um ihre politische Karriere, nicht um das Wohl der Menschen. Wie kann jedoch ein jüdisch völlig unkompetenter Vorsitzender oder Vorstand einer Gemeinde, seine Gemeinschaft auf den jüdischen Weg bringen? Nein, so eine Bemühung gibt’s bei vielen gar nicht. Denn die Hauptinteressen bleiben Geld und Macht. Die meisten Gemeinden investieren zwar in zahlreiche Projekte, haben jedoch nie das Geld einen Rabbiner oder Jugendleiter zu engagieren. In der jüdischen Gemeinde zu Berlin mit über 10.000 Mitgliedern und 400 Angestellten sind nur drei Rabbiner offiziell tätig. Gemeinden, wie Bochum, Gelsenkirchen oder Dresden haben, obwohl sie seit kurzem neue große Synagogen besitzen, die Millionen gekostet haben, kein Geld, um einen eigenen Rabbiner einzustellen. ..

Der vollständige Artikel steht hier. Leider ist das Lesen wegen der schlechten formatierung etwas mühsam, aber es lohnt sich!
29.6.08 16:32
 



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