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(K)eine Synagoge für Potsdam?

31. Dezember 2006

Nachdem der Zentralrat der Juden in Deutschland gegen den Bau einer Synagoge in Potsdam ist, hofft der Bauverein Neue Synagoge Potsdam auf Sponsoren oder „reiche Mäzene etwa in Amerika“ wie der Tagesspiegel vom 30. Dezember berichtet.

Es fällt auf, dass in der Berichterstattung über dieses Bauvorhaben – abgesehen vom Statement des Generalsekretärs des Zentralrats Stefan Kramer – immer nur Nichtjuden namentlich zitiert werden, wie etwa der Vorsitzende des Bauvereins Horst-Dieter Weyrauch. Jetzt wird auch noch Leah Rosh, die Initiatorin des Denkmals für die ermordeten Juden in Europa ins Feld geführt. Sie meint: „Es gibt inzwischen – glücklicherweise – wieder so viele jüdische Menschen in Potsdam und im ganzen Land, dass sie einfach eine Synagoge brauchen“.

Gemeindemitglieder äußern sich anscheinend nur „hinter vorgehaltener Hand“ und ohne Namensnennung. Der Landesrabbiner, den es gibt, der wird bis jetzt nicht gefragt.

400 Juden leben in Potsdam. Einen guten Freund von mir hat es zu Erew Jom Kippur dort in den Gottesdienst verschlagen. Ihm hat es gut gefallen. Auf meine Frage, wie viele Leute da waren, meinte er: „Etwa zwei Dutzend“.

Aber Hallo! Für diejenigen Leser und Leserinnen, die es nicht wissen: Nie sind die Synagogen so voll wie am Vorabend von Jom Kippur (Versöhnungstag) und am Jom Kippur selbst. Wenn also eine 400 Mitglieder zählende Gemeinde zu diesem Anlaß etwa zwei Dutzend Beter versammelt, dann frage ich mich, wie viele es an einem normalen Schabbes sind.

Als der egalitäre Minjan Anfang der 1990iger Jahre in Berlin gegründet wurde, haben sich die Mitglieder erst einmal ein paar Jahre in einer Privatwohnung getroffen. Als der Platz im Wohnzimmer nicht mehr reichte, wurde ein Raum in einem kommunalen Frauenzentrum bzw. im Centrum Judaicum zur Verfügung gestellt. Das ging drei Jahre. Und da das Interesse an egalitären Gottesdiensten zunahm, wurde ab Sommer 1998 der Beterschaft von der jüdischen Gemeinde ein Synagogenraum in der Oranienburger Straße zur Verfügung gestellt.

Auch der sephardische Minjan begann vor einigen Jahren in einer Privatwohnung und zog nach mehreren Jahren im April 2006 in Räume der jüdischen Gemeinde.

Solche und ähnliche Geschichten gibt es quer durch Deutschland in den letzten fünfzehn Jahren. Menschen und Aktivitäten sind für jüdisches Leben viel wichtiger als ein Synagogengebäude. Ein Synagogenbau bindet auch sehr viele Energien. Und da darf man sich durchaus fragen, ob die nicht anders besser eingesetzt wären.

Und gelegentlich kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es einzelnen Aktivisten darum geht, sich ein Denkmal zu setzen. Welche Motivation treibt sie? Welches Anliegen haben sie? Warum sind es in diesem Fall vorwiegend Nichtjuden, die auf den Plan treten? Leah Rosh, die als Nichtjüdin immer wieder den Eindruck vermittelt im Namen von Juden zu sprechen, meint sich zu dieser Frage äußern zu müssen. Eine Strategie um sich wieder mal ins Gespräch zu bringen?


Artikel Tagesspiegel vom 30. 12.2006
31.12.06 11:48
 
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